Sep. 26, 2025 | Uncategorized

Online Autismus Tage – Weiterbildung zu Autismus Spektrum Störungen: Vielfalt als Stärke

Die Online Autismus Tage 2025 sind ein echtes Highlight für alle, die sich weiterbilden möchten und ihre Kompetenzen in der Autismustherapie gezielt ausbauen wollen. Über 60 Teilnehmende ließen sich von der Energie eines vielseitigen, inspirierenden Programms anstecken – und gingen mit dem guten Gefühl, nicht nur Wissen, sondern auch neue Sichtweisen und Motivation mitgenommen zu haben.

Weiterbildung, die bewegt – und verbindet

Diese Weiterbildung zu Autismus Spektrum Störungen hat gezeigt, wie wertvoll es ist, gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. Durch die Mischung aus fundiertem Fachwissen, praxisnahen Beispielen und persönlichen Erfahrungsberichten entstand ein Raum, in dem echte Begegnung möglich war. Sechs hochkarätige Dozent:innen ermöglichten neue Erkenntnisse, Diskussion und viele Impulse, die direkt in die eigene Arbeit übertragen werden können. Hier unsere wunderbaren Dozent:innen:

  • Andreas Heimer, Therapeut für Sensorische Integration, Bobath-Therapeut, Akupressur, Heilpraktiker Physiotherapie
  • Anika Morandin, (Lehr-)Logopädin, Mutismus- & Autismustherapeutin, Traumatherapeutin & -pädagogin, Fachkraft für UK
  • Corinna Baumeister, staatlich anerkannte Logopädin, Master of Speech Language and Hearing Therapy & Fachtherapeutin im Bereich Autismus
  • Sarah Weber, Sonderpädagogin und Fachkraft für Unterstützte Kommunikation, Gründer eines Autismuskompetenzzentrum
  • Stephanie Goyer, Logopädin, Fachtherapeutin für Kindersprache mit Schwerpunkt Autismus, ausgebildete Padovan-Therapeutin und Registered Behavior Technician
  • Julia Funke, Logopädin, Referentin, Komm!ASS-Therapeutin, Leitung Sprachtherapie Autismuszentrum Hannover

Fortbildung mit Herz und Tiefgang

Unsere Fortbildung in Autismustherapie setzte Impulse, die weit über klassische Theorie hinausgehen: Sie vermittelten den Mut, individuelle Lösungen zu entwickeln und die soziale Teilhabe autistischer Menschen aktiv zu fördern. Besonders bereichernd war der offene Austausch unter den Teilnehmer:innen aus verschiedensten therapeutischen und medizinischen Bereichen – hier entstand echtes Gemeinschaftsgefühl. Diese Themen verteilen sich auf die beiden Tage:

Sarah Weber 💡 Das Autismus-Spektrum
In diesem Vortrag werden die grundlegendsten Aspekte der Diagnose „Autismus-Spektrum-Störung“ mit Blick auf die andere Wahrnehmung erläutert. Es wird dargestellt, welche Besonderheiten autistische Menschen in der Reizverarbeitung und der Neurologie aufweisen und welche Implikationen sich daraus für die praktische Arbeit mit diesem Personenkreis ergeben.

Corinna Baumeister 💡 Gestaltbasierte Sprachentwicklung und das Verständnis von Echolalien
In diesem Vortrag wird ein differenzierter Blick auf die Verwendung von Echolalien gerichtet. Dabei soll es nicht nur um den Unterschied zwischen direkten und verzögerten Echolalien gehen, sondern auch darum, ab wann eine verzögerte Echolalie wirklich als echte sprachliche Gestalt bezeichnet werden kann.

Stephanie Goyer 💡 Verhalten ist Kommunikation
Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Grundlagen der angewandten Verhaltensanalyse (ABA) und den Ansatz Verbal Behavior. Es wird die Frage beleuchtet, warum jemand ein bestimmtes Verhalten zeigt und wie wir als Umfeld die Prinzipien von ABA nutzen können, um einerseits zu vermeiden, dass jemand auf herausforderndes Verhalten zurückgreifen muss, und wir darüber hinaus beim Erwerb neuer Fähigkeiten unterstützen können.

Sarah Weber 💡 „Die Karottensuppe ist mir zu orange!“ – Besonderheiten des Ess- und Trinkverhaltens im Kontext des Autismus-Spektrums
Menschen im Autismus-Spektrum weisen zahlreiche Besonderheiten hinsichtlich ihrer Ess- und Trinkgewohnheiten auf, die je nach Ausprägung von selektivem Essverhalten bis hin zu ausgeprägten und schwerwiegenden Essstörungen reichen können. In diesem Vortrag werden mögliche Ursachen und Faktoren für selektives Ess- und Trinkverhalten bei autistischen Personen erläutert und mögliche Ansätze dargestellt, um dieses spielerisch und ohne Druck zu erweitern.

Anika Morandin 💡 Vermeintlicher Autismus: Die Ursachen und Hintergründe des Phänomens Pseudo-Autismus
Dieser Vortrag beleuchtet das Phänomen des sogenannten Pseudo-Autismus – eine Konstellation von Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick autistische Züge tragen, jedoch auf andere Ursachen wie Trauma, Vernachlässigung oder emotionale Belastungen zurückzuführen sind. Ziel ist es, mehr Klarheit in einem oft missverstandenen Bereich der Entwicklungsstörungen zu schaffen und zu sensibilisieren, um Betroffene besser unterstützen zu können.

Corinna Baumeister💡 Gestaltbasierte Sprachentwicklung und UK
Der Vortrag beleuchtet Herausforderungen und Möglichkeiten im Bereich Unterstützte Kommunikation im Rahmen einer gestaltbasierten Sprachentwicklung.

Andreas Heimer💡 Kinder im Autismusspektrum = wahrnehmungsbesondere Kinder
Das Basissinn-Konzept® lädt zu neuen Blickwinkeln für schwierige Verhaltensweisen ein. Diese erleichtern die Kontaktaufnahme und bieten Potential für kindliche Selbstregulation.

Anika Morandin💡 Verstehen statt Verwechseln?
In diesem Vortrag wird die klare Differenzierung zwischen Autismus und Mutismus beleuchtet, zwei Störungen, die trotz gewisser Ähnlichkeiten unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsformen aufweisen. Es wird auf die spezifischen Merkmale beider Störungsbilder eingegangen und gezeigt, wie sich Kommunikationsprobleme und soziale Interaktionen in beiden Fällen unterscheiden.

Julia Funke💡 Wahrnehmung, lnteraktion und Kommunikation bei Menschen im Autismus-Spektrum – ein Überblick
Ein Kurzvortrag zu der Arbeit nach Ulrike Funke.
Die Methode ist ein für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Autismus-Spektrum entwickeltes Therapiekonzept. Das Verstehen der anderen Wahrnehmung und darauf aufbauend die Förderung einer gemeinsamen, freudvollen Aufmerksamkeit sind die wichtigsten Ziele dieser Methode.

Julia Funke💡 Sprachtherapie mit sprechenden Autist*innen – Ideenkiste
Wir schauen uns das Erscheinungsbild des Asperger-Syndroms an, die Besonderheiten und Ressourcen stehen im Fokus und wir tauschen uns über ausgewählte Materialien für die Therapie aus.

Aufbruchsstimmung fürs eigene Berufsleben

Wer an diesen beiden Tagen dabei war, nimmt mehr als nur Hintergrundwissen und Methoden mit. Der intensive Dialog, die zahlreichen Impulse und die praxisorientierten Ansätze sorgen dafür, dass die Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum künftig noch empathischer, flexibler und nachhaltiger gelingt. Diese Fortbildung macht Mut, neue Wege einzuschlagen und das eigene Fachwissen immer weiter zu entwickeln. Gerlanda Schuite, unsere Geschäftsleitung hat es auf den Punkt gebracht: “Die große Resonanz bestätigt uns darin, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, die aktuelle Entwicklungen für Therapeut:innen und Fachkräfte sichtbar machen und echte Begegnung ermöglichen. Genau dafür steht Semifobi: Wir wollen Türen öffnen, Perspektivwechsel anstoßen und Euch Mut für die Praxis machen.“

Für uns ist klar: Diese zwei Tage sind nur der Anfang – wir gehen sicher mit Euch noch viele weitere Schritte auf diesem Weg der Weiterbildung und Weiterentwicklung zum Thema Behandlung von Menschen im Autismus Spektrum!

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