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Kognitive Dysphasien – Einteilung, Diagnostik & Therapie

Datum: 19. Mai 2026

Zeit: 09:00 - 16:15

FBP: 8

Dauer: 8 UE à 45 Minuten

Dozent:in: Dr. phil. Maria-Dorothea Heidler

Therapiebereiche: ,

Typ: Online

Vorkenntnisse: wenig

Zielgruppen:

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Semifobi - Kognitive Dysphasien
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Stärker in der Praxis: Mehr Sicherheit bei “unklaren” Sprachstörungen

Wenn du in der Sprachtherapie, Neurorehabilitation oder im pädagogischen Kontext mit Menschen arbeitest, die “irgendwie sprachlich auffällig” sind, aber nicht in das Schema einer klassischen Aphasie passen, ist dieses Seminar genau für dich gemacht. Du gewinnst mehr Sicherheit darin, Kognitive Dysphasien zu erkennen, klar von aphasischen Störungen abzugrenzen und darauf aufbauend fundierte, alltagsnahe Therapieziele zu formulieren.

Warum Kognitive Dysphasien für deine Arbeit so wichtig sind

In vielen klinischen und ambulanten Settings triffst du auf Patient:innen mit Hirnschädigungen, Demenzen oder Aufmerksamkeits- und Gedächtnisproblemen, deren Sprache zwar formal weitgehend erhalten wirkt, die aber im Alltag massiv in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind. Genau hier setzen Kognitive Dysphasien an: Es geht um sprachliche Beeinträchtigungen, die primär durch Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen oder Wahrnehmung entstehen – und deshalb andere diagnostische Überlegungen und Therapieansätze brauchen als klassische Aphasien.

Dein Nutzen: Störungen erkennen, einordnen, sicher behandeln

In diesem Seminar lernst du, typische Symptome Kognitiver Dysphasien zu erkennen, sie voneinander zu unterscheiden und gegenüber aphasischen Störungsbildern abzugrenzen. Du bekommst Beispiele aus der Praxis, Fallvignetten und Anhaltspunkte, wie du deine Beobachtungen systematisch erfasst und daraus eine schlüssige Diagnose ableitest. So kannst du künftig schneller entscheiden, ob du vor allem an sprachsystemischen Störungen oder eher an kognitiv bedingten Sprachproblemen arbeiten musst – und entsprechend deine Behandlung planen.

Kerninhalte: Einteilung, Diagnostik, Abgrenzung und Therapieplanung

Im Mittelpunkt steht eine praxisnahe Einteilung Kognitiver Dysphasien – zum einen hinsichtlich beeinträchtigter Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Exekutivfunktionen, zum anderen im Hinblick auf häufig vorkommende neurologische Erkrankungen. Diese Einteilung soll dir helfen, Symptome zu strukturieren und Störungsbilder im klinischen Alltag greifbar zu machen. Du lernst geeignete diagnostische Vorgehensweisen kennen – von Anamnese und Beobachtung über standardisierte und halbstandardisierte Verfahren bis hin zu Screenings – und übst, daraus differenzierte Befunde abzuleiten.

Aphasie oder Kognitive Dysphasie? Klarer werden in der Differenzialdiagnostik

Ein Schwerpunkt liegt auf der Abgrenzung zu aphasischen Störungen: Du erfährst, welche Merkmale eher für eine Aphasie sprechen, wann eine Kognitive Dysphasie im Vordergrund steht und wie Mischbilder eingeschätzt werden können. Anhand typischer Symptome (z. B. Probleme beim Themenhalten, Planen von Äußerungen, Merken von Informationen oder flexiblen Perspektivwechseln) entwickelst du Kriterien, um deine Einschätzung im Team sicher zu vertreten.

Von der Diagnose zum Ziel: realistische Therapieziele und Methoden

Auf dieser Basis erarbeitest du realistische therapeutische Ziele – sowohl defizitorientiert (z. B. Verbesserung von Aufmerksamkeitsleistungen, Handlungsplanung und kognitiver Flexibilität) als auch kompetenzorientiert (Ressourcen nutzen und Kompensationsstrategien aufbauen). Du erhältst konkrete Methoden und Materialien an die Hand, um:

  • Therapieeinheiten strukturiert zu planen,
  • kognitive Voraussetzungen für die Kommunikation gezielt anzubahnen,
  • sprachliche Anforderungen an die jeweilige Belastbarkeit anzupassen,

Für wen dieses Seminar besonders wertvoll ist

Das Seminar richtet sich an Logopäd:innen, Sprachtherapeut:innen, akademische Sprachtherapeut:innen, Sprechwissenschaftler:innen sowie andere Therapeut:innen, die im neurologischen, geriatrischen oder psychiatrischen Bereich arbeiten. Auch Fachkräfte, die mit Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen oder demenziellen Erkrankungen zu tun haben und deren Kommunikationsverhalten besser einordnen möchten, profitieren von den Inhalten.

Typische Herausforderungen aus deinem Alltag im Fokus

Besonders wertvoll ist das Seminar für dich, wenn du:

  • häufig Patient:innen betreust, die “keine klassische Aphasie” haben,
  • unsicher bist, wie du ihre Störung benennen, einordnen und dokumentieren sollst,
  • dir mehr Struktur für Befunderhebung, Zielsetzung und Therapieplanung wünschst,
  • dein Repertoire an kognitiv orientierten Sprachtherapie-Methoden erweitern möchtest.

Deine Dozentin: ausgewiesene Expertin für Kognitive Dysphasien

Dr. phil. Maria-Dorothea Heidler ist Diplom-Sprechwissenschaftlerin, Fachtherapeutin für Kognitives Training und Buchautorin zum Thema Kognitive Dysphasien. Sie gilt im deutschsprachigen Raum als ausgewiesene Expertin für Einteilung, Diagnostik und Therapie dieser Störungsbilder und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit langjähriger klinischer Erfahrung.

Praxisnah lernen: Methoden, Fälle, direkte Umsetzung in deinen Alltag

Im Seminar legt sie großen Wert auf Praxisbezug: Du arbeitest mit Fallbeispielen, diskutierst typische Herausforderungen aus deinem Berufsalltag und erhältst konkrete, sofort umsetzbare Anregungen für Diagnostik und Therapie. So nimmst du nicht nur theoretisches Wissen mit, sondern vor allem Handlungssicherheit für die Arbeit mit deinen Patient:innen, die an Kognitiven Dysphasien leiden – auch dann, wenn ihre Probleme auf den ersten Blick “unscheinbar” wirken.

Dr. phil. Maria-Dorothea Heidler

Diplom Sprechwissenschaftlerin, Fachtherapeutin für Kognitives Training, Buchautorin

Dr. Maria-Dorothea Heidler studierte von 1991 bis 1996 Sprechwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1996 - 2024 als akademische Sprachtherapeutin in der neurologischen Rehabilitation der Brandenburg-Klinik tätig. 2005 promovierte Sie zum Thema "Kognitive Dysphasien und war von 2012 - 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Rehabilitationswissenschaften der Universität Potsdam tätig. Seit 2004 ist sie Fachtherapeutin für Kognitives Training.

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Aufbau

– Theoretischer Teil: Neuroanatomie (Exekutivfunktionen, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Wahrnehmung), Konzeptualisierung Kognitiver Dysphasien hinsichtlich kognitiver Störungen und Ätiologie
– Diagnostischer Teil: Differenzialdiagnostik zwischen Patient:innen mit Aphasie und Kognitiver Dysphasie, Test- und Screeningverfahren
– Therapeutischer Teil: defizit- versus kompetenzorientierte Herangehensweisen, Therapiematerialien

Gut zu wissen

Basiswissen über aphasische Störungen ist wünschenswert.