Mutausbrüche in Aktion – erprobte Materialien und Spielideen bei selektivem Mutismus

Praxisworkshop für die Therapie bei selektivem Mutismus
„Mutausbrüche in Aktion“ ist eine Einladung, Mut neu zu denken. Du lernst nicht nur Methoden, sondern eine Haltung kennen, die in der Arbeit mit sprachlich blockierten Kindern alles verändert. Die Mischung aus fundierter Theorie, lebendigen Praxisbeispielen, kreativen Anregungen und echter Beziehungsarbeit macht diesen Workshop zu einer bereichernden Erfahrung für alle, die Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu mehr innerer Stärke begleiten wollen. Im Mittelpunkt dieses Seminars steht die praktische Arbeit: Du lernst nicht nur theoretische Grundlagen und Hintergründe kennen, sondern erlebst, wie Beziehung, Sicherheit und Spiel zu Schlüsseln werden, um Sprachhemmungen Schritt für Schritt aufzulösen. In dieser Fortbildung geht es um Erfahren, Ausprobieren und Mutmachen. Du bekommst die Gelegenheit, dich selbst aktiv einzubringen, Szenarien zu üben, Methoden zu testen und eigene Ideen mit anderen Fachkräften zu reflektieren.
Am Ende gehst du mit einem Koffer voller Ideen, einem klareren Verständnis für die Dynamik des Mutismus und vor allem mit neuem Vertrauen in deine professionelle Intuition nach Hause. Denn Mut entsteht dort, wo Beziehung wächst – und genau das wirst du in diesem Seminar erfahren.
Wenn Kinder oder Jugendliche in bestimmten Situationen verstummen, berührt das alle Beteiligten tief – Eltern, Pädagog:innen und Therapeut:innen gleichermaßen
Selektiver Mutismus ist kein „Nicht-Wollen“, sondern Ausdruck einer tief verankerten Angst, einer Blockade zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Fühlen und Handeln. Gerade in pädagogischen, logopädischen und therapeutischen Berufen braucht es Mut, Geduld und kreative Wege, um diesen Kindern den Weg aus dem Schweigen zu erleichtern. Dieses Seminar lädt dich ein, den Mutismus nicht als Defizit zu sehen, sondern als versteckte Botschaft und als Möglichkeit, neue Formen der Begegnung und Kommunikation zu entdecken. In vielen therapeutischen und pädagogischen Einrichtungen begegnen Fachkräfte immer wieder Kindern, die zwar sprechen könnten, es aber in bestimmten sozialen Kontexten einfach nicht können. Diese Kinder verstummen in der Schule, in der Kita oder in Therapie, obwohl sie zu Hause oft völlig unbefangen kommunizieren. Für viele Fachpersonen ist das zunächst ein Rätsel – und nicht selten auch eine Quelle von Unsicherheit. Wie kann ich ein Kind begleiten, das mit mir nicht spricht? Wie kann Nähe entstehen, wenn Sprache fehlt? Und was bedeutet Vertrauen, wenn zunächst nur Blickkontakte und Gesten vorhanden sind?
Veränderung geschieht nicht durch Druck, sondern durch Beziehung
Dieses Seminar richtet sich genau an dich, wenn du dir für solche Situationen mehr Handwerkszeug, Sicherheit und kreative Ideen wünschst. Es bietet dir fachlich fundierte und zugleich lebensnahe Antworten auf Fragen, die dich in der Arbeit mit mutistischen Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Dabei geht es nicht um starre Therapieschemata, sondern um eine praxiserprobte Haltung: Verständnis, Leichtigkeit und feines Wahrnehmen sind die Basis, auf der sich das Schweigen langsam in Mut verwandeln darf. In einem großen Methodenkoffer voller erprobter Materialien und Spielideen lernst du, wie du die ersten Stunden mit Kind und Eltern so gestaltest, dass Vertrauen und Beziehung wachsen. Du erfährst, welche Rituale, Medien und Rahmenbedingungen helfen können, ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. Dabei wird deutlich: Veränderung geschieht nicht durch Druck, sondern durch Beziehung.
Inhalte und Methoden
Nach einer Einführung in die Entstehungsbedingungen und typischen Merkmale des selektiven Mutismus erhältst du einen Überblick über die wichtigsten Therapieansätze im deutschsprachigen Raum, darunter:
- Systemische Mutismustherapie (SYMUT®), die den familiären und sozialen Kontext in den Mittelpunkt stellt
- Dortmunder Mutismus Therapie (DortMuT®), die durch spielerische und kleinschrittige Vorgehensweisen Sicherheit und Handlungsspielraum eröffnet
- Mutig sprechen (Sabine Laerum), ein Konzept, das kognitive und verhaltensorientierte Elemente mit beziehungsorientierter Begleitung verbindet
- Darüber hinaus werden auch Ergänzungen aus verwandten Methoden vorgestellt: Elemente aus der MarteMeo-Arbeit, aus dem OptiMind-Elterntraining® und aus der Integrativen Lerntherapie zeigen, wie du individuelle Prozesse gestalten kannst.
Vom Schweigen zum Sprechen – kleine Schritte, große Wirkung
Ein Schwerpunkt des Seminars liegt auf den frühen Phasen der Begleitung. Carolin Schröter zeigt, wie sich im ersten Kontakt die Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit legt. Sie vermittelt, wie du Kommunikation zunächst nonverbal aufbaust, über Blicke, Bewegungen, Gesten und vor allem über das gemeinsame Tun. Rollenspiele und Videobeispiele veranschaulichen, wie kleine Schritte allmählich zu ersten sprachlichen Äußerungen führen. Teilnehmende erleben selbst, wie sich die Perspektive eines Kindes mit selektivem Mutismus anfühlt – was Sicherheit stärkt, aber auch, was überfordern kann. Diese Selbsterfahrung ist ein wesentlicher Teil des Workshops, denn sie ermöglicht, therapeutisches Vorgehen nicht nur zu verstehen, sondern unmittelbar zu spüren. Dabei geht es nicht nur um die Kinder selbst. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit dem Umfeld – mit Eltern, Lehrkräften und Pädagog:innen. Denn nachhaltige Fortschritte entstehen fast immer dann, wenn alle Beteiligten eine gemeinsame Sprache finden. Du lernst Strategien kennen, wie du Eltern empathisch beraten, Lehrer:innen entlasten und das gesamte System in den therapeutischen Prozess einbeziehen kannst.
Kreative Praxisideen, die Mut machen
Carolin Schröter legt großen Wert auf eine kreative und zugleich strukturierte Arbeitsweise. Im Workshop werden zahlreiche erprobte Materialien vorgestellt – von Mut-Tagebüchern und Symbolkarten bis hin zu motivierenden Spielideen. Diese Tools kannst du direkt in deiner eigenen Praxis, Schule oder Einrichtung einsetzen. Ziel ist es, dass du anschließend nicht nur inspiriert, sondern auch ganz konkret ausgestattet in deinen Berufsalltag zurückkehrst. Besonders praxisnah ist der Fokus auf kindgerechte Psychoedukation: Wie kann man Kindern, die kaum sprechen, erklären, was mit ihnen passiert? Wie kann man das „Mutmuskel-Training“ humorvoll und leicht vermitteln? Anhand praktischer Beispiele lernst du, komplexe Prozesse in Bilder, Geschichten und Spielformen zu übersetzen, die Kinder emotional abholen.
Verbindung von Theorie, Erfahrung und Haltung
In der Arbeit mit selektivem Mutismus zählen nicht nur Methoden, sondern vor allem Haltung und Beziehung. Das Seminar führt dich Schritt für Schritt durch die zentralen Themenfelder – von Angstmechanismen über Bindungsaspekte bis hin zu familiären Dynamiken. Dabei wird Theorie niemals trocken vermittelt, sondern stets mit praktischen Beispielen und Anekdoten aus dem Arbeitsalltag verbunden. Du lernst, woran du erkennst, ob ein Kind bereit für den nächsten Schritt ist, wie du Fortschritte stabilisierst und Rückschritte liebevoll auffangen kannst. Besonders der Aspekt der Selbstwirksamkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Workshop: Sowohl Kinder als auch Fachkräfte sollen das Gefühl entwickeln, Handlungsspielraum zu haben und etwas bewirken zu können.
Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Dieses Seminar richtet sich an Fachkräfte aus Sprachtherapie, Logopädie, Ergotherapie, Psychotherapie, Lerntherapie sowie an pädagogische Mitarbeiter:innen in Kitas, Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen. Auch Interessierte aus angrenzenden Berufsgruppen, die mit mutistischen Kindern arbeiten, sind herzlich willkommen. Unabhängig vom Vorwissen profitieren sowohl Einsteiger:innen, die erste Erfahrungen mit selektiv mutistischen Klient:innen sammeln möchten, als auch erfahrene Therapeut:innen, die neue Impulse und Materialideen suchen. Die praxisnahe Gestaltung ermöglicht es, theoretisches Wissen direkt auf die eigene Arbeitssituation zu übertragen.
Über die Dozentin
Carolin Schröter ist seit 15 Jahren als akademische Sprachtherapeutin tätig und hat von 2010 bis 2025 im ZAPP Berlin gearbeitet, wo sie sowohl den Bereich der auditiven Verarbeitung als auch die Integrative Lerntherapie leitete. Ihre Spezialisierung auf den selektiven Mutismus entwickelte sich aus einer intensiven therapeutischen und persönlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen. Sie ist zertifiziert in mehreren Therapieansätzen – SYMUT®, DortMuT® sowie Mutig sprechen – und kombiniert diese Methoden mit Elementen aus MarteMeo und dem OptiMind-Elterntraining®. Mit der Gründung des ZAPP-Mutismus im Jahr 2025 hat sie in Berlin ein Beratungs- und Therapiezentrum geschaffen, das sich auf die Intensiv-Intervall-Therapie bei Mutismus spezialisiert. Ihr Credo lautet: „Be yourself. Everyone else is already taken.“ Dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit – geprägt von Authentizität, Humor und einem tiefen Respekt für jedes einzelne Kind. Carolin Schröter liebt es, mit Menschen neue Wege zu gehen und sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken. In ihrer therapeutischen Haltung verbindet sie analytisches Denken mit emotionaler Wärme, Struktur mit Kreativität und fachliche Präzision mit Leichtigkeit. Ihre Seminare zeichnen sich durch eine wertschätzende Atmosphäre, klare Sprache und gelebten Praxisbezug aus.
Carolin Schröter
Diplom Patholinguistin, Integrative Lerntherapeutin (Fil, BVL), Mutismustherapie
Mein Beruf als Sprach- und Lerntherapeutin ist für mich erfüllende Lebensberufung geworden. In meiner langjährigen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsen steht der wertschätzende Kontakt im Vordergrund, der für mich die Grundlage des gemeinsamen therapeutischen Weges bildet. Der Studiengang der Patholinguistik hat mich ein analytisches und forschendes Denken in meinen Therapien gelehrt, welches mich stets motiviert, hinter die Symptome der Klienten zu schauen und die Logik zu ergründen.
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Aufbau
Du lernst, wie du einen sicheren und kommunikationsfördernden Rahmen schaffst, der Vertrauen aufbaut, ohne Druck auszuüben – von ritualisierten Einstiegsspielen bis hin zur Herstellung eines tragfähigen Kontakts durch nonverbale Ansätze und kleine, kindgerechte Schritte. Gleichzeitig erhältst du Strategien, um Informationen sensibel mit Begleit- und Bezugspersonen wie Eltern oder Pädagogen:innen zu teilen, damit alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis entwickeln und Mut-Räume systemisch gestärkt werden. Nach einem kompakten Einblick ins Störungsbild des selektiven Mutismus – inklusive Angstmechanismen, Bindungsdynamiken und familiärer Einflüsse – tauchst du in bewährte Ansätze der Sprachtherapie ein, wie SYMUT®, DortMuT® und Mutig sprechen. Du entdeckst diagnostische Fragebögen zur frühen Erfassung, probierst Praxisarbeit mit dem Kind in Rollenspielen und Videobeispielen aus und lernst, kindgerechte Psychoedukation spielerisch umzusetzen – etwa durch Mut-Tagebücher oder Symbolkarten, die Kindern helfen, ihr „Nicht-Sprechen“ altersgerecht zu verstehen und erste „Mutausbrüche“ zu feiern. Alles praxisnah, erprobt und direkt einsetzbar in deinem Alltag!


