PECS Grundlagen – Das Picture Exchange Communication System

PECS Fortbildung: Kommunikation anbahnen, wenn Lautsprache fehlt
Du begleitest Kinder, Jugendliche oder Erwachsene im Autismus-Spektrum, die (noch) nicht sprechen, und suchst ein System, das ihnen verlässlich eine Stimme gibt? Das Picture Exchange Communication System, kurz PECS, gilt als eines der bestuntersuchten und zuverlässigsten Kommunikationssysteme in der Arbeit mit nicht-sprechenden Menschen im Autismus-Spektrum. PECS-Nutzer:innen kommunizieren oft schon in der ersten Stunde selbstständig. In dieser Online-Fortbildung zu den PECS-Grundlagen lernst du, wie das Training aufgebaut ist und wie du es Schritt für Schritt in deiner Arbeit umsetzt. Dabei lernst du von einer hervorragend ausgebildeten und in der PECS-Welt bestens vernetzten Expertin: Mareike Greiler hat ihren Master in Speech-Language Pathology in den USA an der University of North Texas abgeschlossen, ist seit 2012 PECS Consultant für Pyramid USA und Pyramid Germany und leitet die Pyramid Educational Consultants of Germany.
PECS erklärt: Bildaustausch als funktionales Kommunikationssystem
Beim PECS tauschen Menschen ohne oder mit eingeschränkter Lautsprache Bildkarten gegen das, was sie sich wünschen. Der Kern des Systems ist somit die selbst initiierte Kommunikation: Statt nur auf Fragen zu reagieren, sprechen die Nutzer:innen ihr Gegenüber von sich aus an. Deshalb arbeitet PECS ohne verbale Aufforderungen. Das fördert die Eigeninitiative und verhindert, dass Nutzer:innen von Vorbild und Aufforderung abhängig werden. Der Kommunikationspartner reagiert sofort auf die Anfrage, sodass die Person erlebt, dass sich Kommunikation lohnt. Am Anfang steht die funktionale Kommunikationsanbindung, und genau hier setzt das Seminar an: Du schaust auch auf die Beziehung zwischen Kommunikation und Verhalten.
Hintergrund und Forschung: Warum PECS als evidenzbasiert gilt
PECS wurde 1985 in den USA von Andy Bondy und Lori Frost entwickelt und zunächst im Delaware Autism Program bei Vorschulkindern mit Autismus eingesetzt. Schnell zeigte sich, dass das System auch bei älteren Menschen funktioniert. Die Fortbildung „PECS Grundlagen“ ist der aktualisierte PECS Level 1, direkt von den Entwicklern Andy Bondy und Lori Frost. Heute wird PECS weltweit bei Menschen jeden Alters mit unterschiedlichen kognitiven, körperlichen und kommunikativen Einschränkungen genutzt. Theoretisch stützt es sich auf Skinners „Verbal Behavior“ und auf Prinzipien der Verhaltensanalyse, mit gezielten Hilfe- und Verstärkungsstrategien und einer systematischen Fehlerkorrektur. Nach Angaben von Pyramid Educational Consultants belegen mehr als 240 Forschungsartikel aus aller Welt die Wirksamkeit von PECS als evidenzbasierte Praxis. Wichtig zu wissen: Das eigentliche Ziel von PECS ist funktionale Kommunikation, nicht Lautsprache. Die Forschung zeigt aber, dass einige Lernende, die PECS nutzen, auch Sprache entwickeln, und andere später auf ein Sprachausgabegerät wechseln. Auch diesen Übergang zu AAC-Geräten behandelt das Seminar.
Die sechs PECS-Phasen im Überblick: Vom ersten Austausch zum Kommentieren
In Phase I lernen Nutzer:innen, wie Kommunikation funktioniert: Sie tauschen ein Bild gegen einen Wunsch. Phase II festigt das mit Distanz und Beharrlichkeit, denn die Kommunikation soll an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Kommunikationspartnern gelingen. In Phase III lernen sie, Bilder zu unterscheiden. Dafür nutzen sie ein Kommunikationsbuch, in dem sich die Bilder mit Klettband befestigen und austauschen lassen. Phase IV führt zur Satzbildung: Erste Sätze beginnen mit einem „Ich möchte“-Bild, gefolgt vom Bild des gewünschten Gegenstands, später kommen Attribute dazu. In Phase V beantworten die Nutzer:innen Fragen, und in Phase VI kommentieren sie ihre Umgebung. Im Seminar gehst du diese Schritte gemeinsam durch.
Dein Nutzen: Systematisch Kommunikation unterrichten mit PECS
Der Kurs ist besonders wertvoll, wenn du mit Menschen arbeitest, bei denen sich Interaktion und Kommunikation auf herkömmliche Weise nur schwer herstellen lassen oder die aufgrund ihrer Kommunikationsdefizite bereits herausforderndes Verhalten zeigen. Nach der Fortbildung kennst du die kommunikativen Besonderheiten bei Autismus-Spektrum-Störungen und weißt, wie du mit herausforderndem Verhalten umgehen kannst. Du kannst die Fertigkeiten deiner Klient:innen objektiv beurteilen und gehst systematisch vor, sodass sich Fortschritte messbar zeigen. Du bist in der Lage, eigenständig Kommunikationsunterricht mit PECS durchzuführen, und kannst visuelle Strategien flexibel in deinem Alltag einsetzen.
Deine Dozentin: Mareike Greiler – Logopädin und PECS-Expertin
Mareike Greiler ist Logopädin (Ausbildung 2004 in Regensburg) und hat 2009 an der University of North Texas in den USA ihren Master of Science in Speech-Language Pathology erworben. Seit 2012 arbeitet sie als PECS Consultant für Pyramid USA und Pyramid Germany, seit 2013 als PECS Supervisor und ist damit zertifizierte PECS-Beraterin. Bei den Pyramid Educational Consultants of Germany leitet sie seit 2017 das Büro als General Manager und hat seit 2025 zusätzlich die klinische Leitung. Ihre Schwerpunkte sind Unterstützte Kommunikation und Autismus, und sie kennt die Praxis aus multidisziplinärer Rehabilitation, privater Praxis, schulischen Einrichtungen und häuslicher Beratung. Bei Semifobi gibt sie außerdem das Online-Seminar 9 Kommunikationsfertigkeiten für mehr Selbständigkeit.
Jetzt anmelden und PECS von Grund auf lernen
Du möchtest nicht-sprechenden Menschen im Autismus-Spektrum zu einer verlässlichen Kommunikation verhelfen? Dann melde dich jetzt zur Online-Live-Fortbildung „PECS Grundlagen – Das Picture Exchange Communication System“ an: 17 Unterrichtseinheiten an zwei Tagen, bequem von zu Hause aus und mit 17 Fortbildungspunkten. Sichere dir deinen Platz!
Mareike Greiler, MSc. staatl. geprüf. Logopädin, SLP
Mareike Greiler – Logopädin (M.Sc. SLP) und PECS-Expertin für Unterstützte Kommunikation und Autismus Mareike Greiler ist Logopädin mit Master of Science in Speech-Language Pathology und leitet als General Manager und zertifizierte Beraterin die Pyramid Educational Consultants of Germany. Ihre Behandlungsschwerpunkte sind Unterstützte Kommunikation, Mehrfachbehinderungen und Autismus. Bei Semifobi gibt sie ihr Wissen zum Picture Exchange Communication System (PECS) und zur Förderung von Kommunikation und Selbständigkeit an Fachkräfte weiter. Ausbildung und internationale Erfahrung Mareike Greiler schloss 2004 ihre…
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Aufbau
Aufbau:
Tag 1: – Kommunikation funktional einbinden
– Kommunikation und Verhalten
– Phasen I und II
– Phase III Beginn
Tag 2: – Phase IIIa/b
-Phase IV und Attribute
– Phase V und VI
– Übergang zum Talker
– Forschung
Lernziel:
Umgang mit Herausforderndem Verhalten
Umgang mit kommunikativen Besonderheiten bei ASS
Objekte Beurteilung der vorhandenen Fertigkeiten
Systematisches Vorgehen, um messbar positive Veränderungen zu erwirken
Selbständige Kommunikation lehren
Visuelle Strategien flexibel einsetzen, um Lernen zu fördern
Gut zu wissen
Download von Übungsmaterial


